Das erste Eintauchen
© La Venidera - Irene Tena/Albert Hernández
Ein Stück beginnt lange vor der ersten Probe in den Köpfen des Kreativteams. Angestossen von Inspirationen, stürzt man sich in Gespräche, entwickelt erste Ideen und öffnet neue Fragen. Besonders wertvoll wird es, wenn diese frühe Recherche nicht nur am Schreibtisch stattfindet, sondern gemeinsam mit dem Ensemble ins Ausprobieren kommt. Für die Tanzkompanie führte ein solches erstes Eintauchen direkt nach der Sommerpause in die Welt der Frühjahrsproduktion Pulso.
Frank Fannar Pedersen, Photo: Anna-Tina Eberhard
Javier Rodríguez Cobos, Photo: Anna-Tina Eberhard
Der eigentliche Probenprozess der Produktion beginnt erst im Februar, und doch hat Pulso für die Tanzkompanie bereits begonnen. Fast zwei Wochen lang war das spanische Flamenco-Duo La Venidera in St.Gallen zu Gast und arbeitete gemeinsam mit Frank Fannar Pedersen und Javier Rodríguez Cobos mit den Tänzer:innen im Studio. Erstmals bringen die vier als choreografisches Team ihre unterschiedlichen Perspektiven und künstlerischen Handschriften zusammen. Nachdem sie bereits im Vorfeld gemeinsam am choreografischen Konzept gearbeitet hatten, ging es nun darum, ihre Ideen mit den Tänzer:innen auszuprobieren. La Venidera wird später zudem selbst gemeinsam mit den Tänzer:innen auf der Bühne stehen.
Es sind diese ersten Tage einer Produktion, die in ihrer Offenheit ganz besonders sind: Noch ist vieles möglich. Ideen werden in den Raum gestellt, verworfen, weitergedacht und körperlich ausprobiert. Eine Recherchephase eben – ein Suchen, bevor man genau weiss, was man finden wird.
Pulso fragt danach, wie Bewegung ihr Erbe in sich trägt und daraus zugleich den Impuls zur Veränderung schöpft. Mit Flamenco und zeitgenössischem Tanz treffen unterschiedliche Bewegungstraditionen aufeinander und eröffnen eine gemeinsame Auseinandersetzung mit Rhythmus, Körperlichkeit und Identität.
Was leitet uns? Was tragen wir mit uns, wenn wir unterwegs sind? Gibt es etwas wie einen inneren Rhythmus, der uns eine Richtung vorgibt?
Im Flamenco gibt es dafür ein faszinierendes Bild: den Compás. Er bezeichnet das rhythmische Grundgerüst, an dem sich Gesang (cante), Gitarre (toque), Tanz (baile), Klatschen (palmas) und Fussarbeit orientieren. Er ist Takt und Orientierung zugleich.
Es sind diese ersten Tage einer Produktion, die in ihrer Offenheit ganz besonders sind: Noch ist vieles möglich. Ideen werden in den Raum gestellt, verworfen, weitergedacht und körperlich ausprobiert. Eine Recherchephase eben – ein Suchen, bevor man genau weiss, was man finden wird.
Pulso fragt danach, wie Bewegung ihr Erbe in sich trägt und daraus zugleich den Impuls zur Veränderung schöpft. Mit Flamenco und zeitgenössischem Tanz treffen unterschiedliche Bewegungstraditionen aufeinander und eröffnen eine gemeinsame Auseinandersetzung mit Rhythmus, Körperlichkeit und Identität.
Was leitet uns? Was tragen wir mit uns, wenn wir unterwegs sind? Gibt es etwas wie einen inneren Rhythmus, der uns eine Richtung vorgibt?
Im Flamenco gibt es dafür ein faszinierendes Bild: den Compás. Er bezeichnet das rhythmische Grundgerüst, an dem sich Gesang (cante), Gitarre (toque), Tanz (baile), Klatschen (palmas) und Fussarbeit orientieren. Er ist Takt und Orientierung zugleich.
Bei einer ersten Runde im Tanzstudio wird daraus eine persönliche Frage an alle Tänzer:innen: Was ist dein innerer Compás?
Die Antworten sind so unterschiedlich wie die Menschen im Raum. Ankerpunkte sind Familie und Freund:innen. Der eigene Heimatort. Lebensfreude. Neugier. Inneres Wachstum. Akzeptanz. Oder auch das Gefühl, ganz in der Gegenwart zu sein. Unter etwas Leitendem im Leben stellen sich alle etwas anderes vor.
Direkte Erfahrungen mit Flamenco haben bisher die wenigsten in der Kompanie. Also heisst Recherche zunächst auch: eintauchen. Schritte lernen, Rhythmen hören, Palmas ausprobieren und den Compás im eigenen Körper suchen.
Denn auch wenn Pulso keine traditionelle Flamenco-Show werden soll, ist es wichtig zu verstehen, woher diese Bewegungssprache kommt.
Dabei zeigt sich schnell, wie vielfältig Flamenco ist. Seine unterschiedlichen Formen decken eine ganze Spannbreite an Emotionen ab: von tiefgründig und ernst über leicht und lebensfroh bis hin zu spielerisch und temperamentvoll. Die Tänzer:innen nehmen all dieses körperliche Wissen auf und öffnen neue Türen, die ihre persönliche Bewegungssprache mit dem Erfahrenen verbindet.
Gleichzeitig erkunden sie musikalische Landschaften, die bereits erste Skizzen von Alejandro Da Rocha beinhalten.
Die Antworten sind so unterschiedlich wie die Menschen im Raum. Ankerpunkte sind Familie und Freund:innen. Der eigene Heimatort. Lebensfreude. Neugier. Inneres Wachstum. Akzeptanz. Oder auch das Gefühl, ganz in der Gegenwart zu sein. Unter etwas Leitendem im Leben stellen sich alle etwas anderes vor.
Direkte Erfahrungen mit Flamenco haben bisher die wenigsten in der Kompanie. Also heisst Recherche zunächst auch: eintauchen. Schritte lernen, Rhythmen hören, Palmas ausprobieren und den Compás im eigenen Körper suchen.
Denn auch wenn Pulso keine traditionelle Flamenco-Show werden soll, ist es wichtig zu verstehen, woher diese Bewegungssprache kommt.
Dabei zeigt sich schnell, wie vielfältig Flamenco ist. Seine unterschiedlichen Formen decken eine ganze Spannbreite an Emotionen ab: von tiefgründig und ernst über leicht und lebensfroh bis hin zu spielerisch und temperamentvoll. Die Tänzer:innen nehmen all dieses körperliche Wissen auf und öffnen neue Türen, die ihre persönliche Bewegungssprache mit dem Erfahrenen verbindet.
Gleichzeitig erkunden sie musikalische Landschaften, die bereits erste Skizzen von Alejandro Da Rocha beinhalten.
Er ist dafür bekannt, Elemente bestehender und auch traditionsreicher Musik in eine elektronische Gegenwart zuübersetzen, mit Tempo und Rhythmen zu spielen und zwischen Wiedererkennbarem und überraschend Neuem zu oszillieren.
So machen sich auch die Tänzer:innen auf ihre eigenen Erkundungstouren, lassen grosse Imaginationsräume zu und suchen nach Möglichkeiten, stilistisch Gefestigtes aufzubrechen und weiterzuführen.
Auch Elemente wie Wasser und Erde werden zu Ausgangspunkten für Improvisationen. Körper verwandeln sich: im Duett in Fisch und Fischer, in Mensch und Pferd. Die Recherchezeit wird auch genutzt, um erste Bühnenelemente und Kostümideen auszuprobieren. Auch dort ist der Gedanke der Transformation zentral – ebenso wie das Unterwegssein und die Reise, die man zurücklegt.
Mit dem renommierten Modelabel Tiscar Espadas haben sich weitere kreative Seelen im Tanzstudio eingefunden. Erste Prototypen laden die Tänzer:innen bereits zur Verwandlung ein und machen erfahrbar, wie Kostüm und Körper miteinander in Bewegung kommen können.
Es ist genau dieser aufregende Geist am Anfang einer Kreation, in dem noch vieles offen ist, den Ideen möglichst wenig Grenzen gesetzt sind und das Ausprobieren im Fokus steht, bevor sich alles konkretisieren muss.
Weiter gehts im Februar, wenn die tatsächliche Probezeit beginnt!
So machen sich auch die Tänzer:innen auf ihre eigenen Erkundungstouren, lassen grosse Imaginationsräume zu und suchen nach Möglichkeiten, stilistisch Gefestigtes aufzubrechen und weiterzuführen.
Auch Elemente wie Wasser und Erde werden zu Ausgangspunkten für Improvisationen. Körper verwandeln sich: im Duett in Fisch und Fischer, in Mensch und Pferd. Die Recherchezeit wird auch genutzt, um erste Bühnenelemente und Kostümideen auszuprobieren. Auch dort ist der Gedanke der Transformation zentral – ebenso wie das Unterwegssein und die Reise, die man zurücklegt.
Mit dem renommierten Modelabel Tiscar Espadas haben sich weitere kreative Seelen im Tanzstudio eingefunden. Erste Prototypen laden die Tänzer:innen bereits zur Verwandlung ein und machen erfahrbar, wie Kostüm und Körper miteinander in Bewegung kommen können.
Es ist genau dieser aufregende Geist am Anfang einer Kreation, in dem noch vieles offen ist, den Ideen möglichst wenig Grenzen gesetzt sind und das Ausprobieren im Fokus steht, bevor sich alles konkretisieren muss.
Weiter gehts im Februar, wenn die tatsächliche Probezeit beginnt!